Freitag, 22. Mai 2015

gerettet

Wenn der Rasenmäher naht, bibbern die Blümchen, sind sie doch gerade erst aufgeblüht. Diesmal habe ich sie gerettet. Nur gut, dass ich nicht nur eine alte Vase, sondern diverse alte Milchkännchen besitze.
Ich habe sie an die Wand gestellt.


Hasenglöckchen und Gänseblümchen, unser Garten ist voll davon. Alle haben sich selbst ausgesät, auch die gelben Taubnesseln waren schon immer da.


Noch stehen sie etwas verwirrt in den Pötten und erinnern mich irgendwie an meine Protagonisten am Ende eines Romans: überrascht, dass sie noch am Leben sind.


Zwischendurch ging es ja heftig zu. Der Mörder wurde enttarnt oder hat sich geoutet, weil er natürlich meinen Helden an den Kragen wollte, um sich selbst zu retten. Und dann ... mögt ihr Romane ohne Happy end?


Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich nicht. Ich liebe es, wenn die Helden am Schluss auf einer rosaroten Wolke sitzen und glücklich sind. Der Bösewicht ist gefasst, die heile Welt wieder hergestellt - kein bisschen realistisch.
Aber ... wann sind Romane wirklich realistisch? Sie nutzen die Realität bloß als Anknüpfung, um ihre eigenen Realitäten zu schaffen. Mir gefällt das. Wenn ich was richtig Reales lesen will, greife ich zum Sachbuch.
Ein Roman ist Fiktion, da geht es turbulenter, romantischer und eben auch rosaroter zu. Trotzdem haben nicht all meine Romane ein Happy end. Es gibt ja zum Glück noch dieses Zwischending, das man 'offenes Ende' nennt - da darf sich jeder Leser selbst überlegen, wie es nach Buchschluss wohl weitergehen könnte. Je nach Mentalität.
Außerdem gibt es noch das neutrale Ende - manchmal ist man schon froh, wenn alle überlebt haben, die Helden müssen nicht gleich zum Hochzeitsaltar schreiten ;).


Auch wenn sich mein heutiges Thema irgendwie nach Liebesroman anhört, LiRos schreibe ich nicht, sondern Krimis. Nur enthalten die eben ordentlich Romantik und Gefühl. Ich kann nicht anders.


Hier seht ihr meine an die Wand gestellten Blümchen nochmal in ihrem neuen Zuhause, auf einem kleinen, alten Kasten, den ich weiß gemalt habe und für den mir der Glaser eine Scheibe eingepasst hat. Der Kasteninhalt wechselt. Jetzt dürfen sich erst mal die Blümchen obendrauf erholen.
Und ich verlinke diesen post mit der schönen Aktion vom Holunderblütchen: Friday-Flowerday.
Eure Gea

Nachtrag: 
Diesen Post habe ich auch bei kebo homing verlinkt, denn ihre spannende Aktion typisch für trifft es heute auf den Kopf: 
Blumen wandern bei mir typischerweise zufällig in die Vase, meine Vasen sind meistens umgenutzte andere Gefäße - und zu gerne verbinde ich mit dem, was ich so erlebe, Gedanken an meine Protagonisten.

Kommentare:

  1. Liebe Gea,
    schön, dass Du mit dabei bist. Ich mag auch am liebsten Happy Ends, egal ob bei Krimi oder Komödie... und Deine süßen Gänseblümchen in der Vase haben es Gott lob geschafft und sind im Milchkännchen gelandet, wo sie ganz bezaubernd aussehen!
    hab einen schönen Tag, lg, Kebo

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  2. Gea,
    die Rettungsaktion ist gelungen und sieht so reizend aus!!!
    Ein wundervolles Pfingstwochenende
    Elisabeth

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  3. Sooooo hübsch! eine super Rettungsaktion - muss ich mir merken! ;)

    Liebe Grüße
    Judith

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  4. Liebe Gea, liebe Blumenretterin,
    ich liebe Romane mit einem kleinen Happy End. Aber auch neutrale Enden, bei denen ich mir selbst aussuchen kann, wie es weitergeht, mag ich. Aber keine Bücher, in denen die Hauptpersonen nachher alle weg sind.
    Ich mag auch Deine tollen Blümchen. Süß sehen sie im Krug aus.
    Dir einen schönen Abend, liebe Grüße
    Nicole

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  5. Die Hasenglöckchen mit ihrem leuchtenden Blau gefallen mir besonders gut!
    Wenn ich ein Buch lese und es ist gut und vermag mich zu fesseln ist es, als sei ich in dem Setting zu Gast, oder sie bei mir. Wenn die Geschichte zu Ende ist, ist der Besuch dann fort und ich allein, insofern finde ich ein frohes, positives Ende auch tröstlucher als ein Tragisches!
    Gros bisou
    Sandra

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  6. Liebe Gea,
    süß, die "Geretteten" in ihren herzigen kleinen Behältnissen! Ich habe gestern auch a bisserl Blumen gerettet: In unserem Gemüsegarten wächst nämlich aus allen Ritzen der Hochbeete "Kraut und Rüben" heraus ... oder genauer gesagt jede Menge "Unkraut". An der richtigen Stelle wäre manches davon natürlich KEIN Unkraut, aber Weizen gehört ins benachbarte Feld und Gräser in die Wiese oder in die entsprechenden Beete, Zitronenmelisse zu den Kräutern und Katzenminze auch dorthin, wo ich sie gepflanzt habe. Am Hochbeetrand sieht das zwar alles recht hübsch aus, aber es nimmt überhand, wenn ich nicht ab und zu radikal durchgreife - und das habe ich nun am WE also getan. Und einige meiner Scherenopfer in eine Vase gegeben, worin sie nun noch ein bisserl das Haus schmücken dürfen.
    Dank dir sehr für deine lieben Zeilen bei mir!!!
    Ganz herzliche Rostrosengrüße von der Traude
    PS: Ich mag Happy Ends auch lieber als traurig ausgehende Geschichten - aber es darf nicht zu krampfhaft oder zu konstruiert aussehen. Wie im wirklichen Leben ist es auch in Buch und Film manchmal besser für alle Beteiligten, wenn sich die Liebenden letztendlich doch nicht kriegen ;o)

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