Sonntag, 4. Januar 2015

Genremixturen zum Jahresanfang

Frau Pappelheim hat in einem Kommentar zum Zündstoff eine Frage aufgeworfen, die mich immer wieder bewegt:
In welches Regal gehören meine Romane?



Es gibt sooo viele Genre, von A wie Abenteuerroman bis Z wie Zukunftsroman, auch SciFi genannt. Dazwischen Historienromane oder Krimis und Thriller, was nicht dasselbe sein soll, und all die LiRos = Liebesromane.


Mann kann echt tüddelig davon werden, wie wir Nordlichter sagen.



Welchen Sinn haben diese Einteilungen?
Klar, als Leser suche ich in der Buchhandlung im passenden Regal nach meiner Lieblingslektüre, z.B. ChicLit, die aber auch unter freche Frauenromane firmiert - was zeigt, nicht mal die Bezeichnungen sind einheitlich.
Erst recht nicht die Inhalte.



Trotzdem empfinde ich persönlich ein arges Diktat, was die Genre-Einteilung betrifft. Ein Roman muss sich exakt einsortieren lassen, sonst verkauft er sich nicht. Und wehe, er sprengt die wichtigsten Gesetze seines Genres, dann kann man ihn oft gleich in die Schublade stecken. Es lohnt nicht, solche Zwitter einem Verlag anzubieten.



Nun schreibe ich aber leider genau solche Genremixturen.
Früher nannte ich die für mich Romantikthriller, weil sie wie ein gut geschüttelter Cocktail zwei Elemente enthalten: SIE verliebt sich in IHN - und das Ganze vor der Kulisse eines zu klärenden Verbrechens.



Fein, sagt ihr, Romantikthriller ist doch ein passendes Genre?
Mitnichten, muss ich leider antworten. 
Der moderne Romantikthriller legt das Hauptgewicht auf die Liebe, wobei explizite Sexszenen erwünscht, wenn nicht sogar Pflicht sind, während der Krimianteil ein Schattendasein führt und eigentlich mehr dazu dient, die Liebesgeschichte mit Spannung zu würzen.



Bei meinen Romanen ist es eher umgekehrt. Außerdem enthalten sie gerne noch eine Prise Rätsel, ein paar Tropfen Abenteuer, vielleicht sogar fantastische Elemente oder was Freches, Lustiges - das ergibt sich erst während des Schreibens, ich kann das nicht vorher planen.



Dann seh ich irgendwann auf mein Ergebnis: Ich wollte einen Krimi und schrieb ein Irgendwas.



Ist Zündstoff nun wirklich ein Regiokrimi?
Regio steht für ganz viel Lokalkolorit, dass also der Roman nur an dem Ort spielen kann, wo er spielt. 
Trifft auf Zündstoff zu - aber wehe, ich seziere das genauer... ganz ehrlich, ich kapiere die Definition von Regio nicht. Denn man kann ja Gebäude und Meere austauschen, ohne dass der eigentliche Plot (der Handlungsinhalt) sich ändert.
Ob nun Schleswig oder Husum oder Kleinkleckersdorf in Irgendwo von einem Bombenleger bedroht wird, ändert nicht wirklich etwas.
Darum kann man das mit dem Regio getrost locker sehen, finde ich - mal abgesehen davon, dass ich meine schöne Heimat liebe und sicherlich viel besser beschreiben kann als etwa Rosenheim.



Bleibt der Krimi - die Reaktionen, die ich zu Zündstoff erhalten habe, sprechen jedoch dafür, dass der Roman eben auch kein reiner Krimi ist. Zu wenig Crime, die Verbrecher sind nicht böse genug, die Verbrechen nicht grausam genug. Lucie 'lebt' zu viel 'Alltag', denkt zu viel an die Liebe...



Es ist vertrackt und ich werde das Rätsel nicht lösen.
Ich schreibe Genremix, schlage gewissermaßen Brücken zwischen den Regalen der Buchhandlungen, und das immer wieder und mit Lust und Vergnügen.



Es würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung zum Thema sagt. Vielleicht hat jemand von euch eine zündende Genre-Idee? Oder seht ihr das mit den Einteilungen weniger eng? Mögt ihr Mixturen?



Euch allen ein frohes und gesundes 2015
Eure Gea


Kommentare:

  1. Ein Hoch auf den Genre-Mix!
    Macht die Welt einfach bunter!

    Wir Menschen brauchen wohl ein paar "Kastln im Kopf". Wir fühlen uns wohl, wenn alles schön eingeteilt ist. Und ich glaube im deutschsprachigen Raum ist das besonders auseprägt.

    Aber mir ist das koplett egal. Ich lese einfach das was mir gefällt. Egal in welche Richtung die Geschichte dann wandert. Ist sie spannend, lesenswert, bleibe ich dabei. Egal obe in einem oder drei Genres.

    Liebe Grüße!

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  2. Liebe Gea,
    ich liebe Bücher-Mix. Und ich lese nur dann Krimis, wenn sie auch mit etwas Liebe und Alltag verbunden sind.
    Ansonsten mag ich die gar nicht. Da wäre "Zündstoff" ja das richtige Buch für mich.
    Also, schreib ruhig weiter querbeet, das ist halt das richtige Leben. Dort gibt es ja auch nicht nur Thriller, oder nur Historie, sondern alles fein verwebt miteinander. Real Life!!!
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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  3. Liebe Gea,

    es tut mir leid, wenn mein Kommentar dich verärgert hat. Das war überhaupt nicht meine Absicht. Ich mag den Mix aus Krimi und Liebesgeschichte, es hat mir Spaß gemacht, dein Buch zu lesen. Von mir aus benötigt es auch keine Kategorie. Alles, was ich sagen wollte, war, dass mich die Kategorie "Thriller", unter der dein Buch eingeordnet ist, bei mir fast dazu geführt hätte, dass ich es nicht gekauft hätte. Weil "Thriller" bei mir spritzendes Blut bedeutet, das kann ich nicht lesen. Und es wäre doch wirklich schade gewesen, wenn ich dein Buch verpasst hätte.

    Liebe Grüße,
    Steffi

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    1. Liebe Steffi,
      keine Sorge, dein Kommentar hat mich mitnichten verärgert, ganz im Gegenteil - du hast mir eine große Freude gemacht, gerade WEIL du meinst, es ist ein Mix, der dir gefällt!!!!! Und... auch ich habe meine Probleme mit richtig harten Thrillern, da sind wir also auch einer Meinung.
      LG
      Gea

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  4. Irgendwie bin ich nicht mehr auf dein Blog gestoßen, weil Google immer "error" meldete. Jetzt hast du bei mir kommentiert, und da lief wieder alles richtig.
    Ich möchte dir noch alles Gute für das Neue Jahr wünschen ( auch wenn das, auf die Menschheit bezogen, schon wieder furchtbar angefangen hat ).
    Herzlichst
    Astrid

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